Ick sach ma so

… janz spontan – wat?, als ich der Tage ma so janz spontan einen Anruf von einer Person bekomme, mit dem ich am allerwenigsten in dem Nu gerechnet hab. Oft kommt unverhofft. Für einen Bruchteil Sekunde überlege ich, ob ich das Gespräch annehme, aber bin mir auch gleich bewusst, wenn ich es nicht tu, dass ich in wenigen Tagen einen Brief erhalte, in dem ich um Rückruf gebeten werde.

Wobei ich vornehmlich wichtige Dinge ausschließlich schriftlich, also per Brief oder Email erledige, so dass ich einen Nachweis habe, dass etwas tatsächlich geschehen ist. Öfter kommt es vor, dass man behauptet, dass es den Vorgang nicht gibt oder eine Abmachung nicht mündlich getroffen wurde, so dass man letztlich im Regen steht und darauf verzichte ich gern. Aber ich bin mir auch in dem Moment bewusst, dass wir da weiterreden, wo wir vor einigen Monaten stehengeblieben sind und ich mich noch mit meinem klaren Nein positionieren kann. Just erinnere ich mich, dass dies mit einem: „falls nicht, dann aber doch“ erwidert wird. Aber dieses ja entspräche keineswegs meiner Passion und Intention. Ich bin auch heute noch resolut genug zu dem Nein zu tendieren, denn mit dem Ja dieser Person erreiche ich mein Ziel noch schleppender oder vielleicht sogar nie. Also ich soll mich dem Ja fügen, weil dieses ja ich ja auch bis zum Ergebnis des vor mir angestrebten Neins tun kann. Als Übergang sozusagen, da mein Ja zum Nein ja noch Jahre dauern könnte. (Ne, wird es nicht.) Aber ich bin mir sicher, dass diese Person nur mein Bestes will. Nur mit dem Manko, dass sie nicht genau wissen kann, was das nun genau ist. Es ist nämlich nicht die Maxime, sondern die Minimale. Deshalb sach ich – Jein auf eine Frage, die mir zwar nicht gefällt, ich aber antworten sollte. „Wie jetzt – jein? Sie stimmen mir also nicht zu?“ Ehrlich gedacht – nee. Ich bin mir aber bewusst, dass ich des Friedenswillen das Jein gleich in eine Zustimmung umwandeln muss und mir sicher bin, dass dies im Memo notiert wird. Wenn es denn auch so in der Art, wie ausgesprochen passiert, denn wie bereits angesprochen, habe ich oft den Eindruck, dass es so mancher Person schwerfällt Aussagen 1:1 wahrheitsgemäß dann auch noch festzuhalten. Aber leider bekommt man dieses ja nun auch nicht mit, denn Einsichten oder Abschriften von Akten sind eine Wissenschaft für sich. Ich vertraue darauf, dass es heute tatsächlich der vollsten Wahrheit entsprechend umgesetzt wurde. Ich hoffe. Der Fall, falls nee erinnert mich oft an die Stille Post. Dieses Spiel kennen Sie doch noch aus Ihren Kindertagen, denk ich. Aber auch als ziemlich großes Kind ist es oft erlebbar. Ich habe es in den letzten Jahren immer wieder erfahren dürfen: Ein offen erklärter Sachverhalt wurde letztendlich so verfälscht auf seinem Weg durch viele Mäuler, dass ein ganz anderer Sinn hinter der Botschaft schließlich steckte. Seinerzeit fand ich es schon mal lustig eine Kunde einer ziemlich geschwätzigen Person mitzuteilen und es dauerte keine drei Wochen, bis mich jemand zur Seite rief: „Du warte mal. Ich muss Dir mal was stecken…“ Besonders interessiert lauschte ich den Worten, verriet aber natürlich nicht, dass ich die Nachricht ursprünglich kundtat. Darüberhinaus empfand ich es aber auch als erschreckend, was aus meinen Worten wurde. Eine Information, die fast nichts mehr gemein mit der Ursprünglichen hatte.

Was ich echt fies finde, denn wenn ich schon etwas weiterverbreite, dann bitte die volle Wahrheit. Ich sage lieber nichts, wenn ich mir nicht sicher bin, dass ich vielleicht den Inhalt oder einen Teil davon nicht richtig verstanden habe. Es gibt aber genug Leute, die es nicht so halten, denn nur wer imstande ist nicht aus dem Blickfeld zu geraten, bleibt selbst interessant und interessant zu bleiben, dient ungemein dem persönlichen Wohl dieser Person. Sie fühlt sich sehr angenommen und wichtig sowie vertrauensvoll und wertgeschätzt, dass man ihr News steckt. Sie es wert ist, dass man sie umgehend informiert. Ich glaube fast, dass so Sagen entstanden sind. Bin mir aber nicht ganz sicher. Dennoch tue ich hier meine Meinung kund. Es ist wäre ja möglich. Etwas ward erzählt, ein anderer dichtete etwas dazu, überbrachte diesen Mix dem Nächsten. Der verstand leider nur wieder einen Bruchteil, gab seinen Senf zum Thema Ketchup dazu, erzählte dies so weiter und so weiter und so fort. Ein Jemand hielt dann schließlich diese Majonäse-Ketchup-Senf-Legenden unveränderlich für die Nachwelt als „PDF“ fest…

Zum Sagenheld wollte ich eigentlich nicht werden, deshalb…

spiele ich schon tief in meinem Innersten mit dem Gedanken, das Gespräch ganz fix zu beenden. Doch man sollte zu Jedem, ohne Ausnahme nett und aufrichtig sein, was einschließt auch mal mit jemandem zu reden, mit dem man sich eigentlich nicht freiwillig aus eigenem Willen unterhält. Aus welchen Gründen auch immer. Es gibt diesbezüglich viele Vorurteile. Jemanden nach seinem Äußeren zu beurteilen und ihn dann in die Schublade „mit dem / der will ich nichts zu tun haben“ finde ich sehr gaga. Aussehen sagt nichts über Charakter oder nur sehr wenig. Es erschließt sich einem viel mehr, wenn man sich mit dieser Person mal unterhält. Anhand der Gesten und Äußerungen lässt sich sehr viel erkennen und kommt man noch in den Genuss diese Person mal beobachten zu können, wird das Puzzle noch komplettiert. Es tut darüber hinaus auch nicht weh seine eigentlichen Prinzipien hin und wieder mal zu brechen. Die Stimme eines Menschen sagt aus meiner Sicht auch nichts aus. Es kommt mehr auf die Wortwahl an und die Lautstärke. Jemand, der dich stets anschreit, hat selbst ein Problem mit sich. Gern schreibe ich ein andermal mehr davon, falls Sie mögen…

Mein Anrufer kommt immer ganz freundlich rüber in den Telefonaten, die wir führten und führen mussten, denn dank des Viruses halten sich doch noch immer besorgte Institutionen Besucher angstvoll vom Leib. Wir haben uns noch nicht von du zu du kennengelernt, was ja auch Jein nicht mehr wird. Ob das nun gut ist, keine Ahnung.

Ich weiß nur, wenn ich Jein sage, dass ich damit nicht meine Zustimmung erteile, sondern meinen Hang zu „ich bin nun gar nicht damit einverstanden“ ausdrücke. Nur dass dieses Nein oft gar nicht verstanden wird, da es nicht der Intention des Hörers entspricht, weil dieser sich nach Leitlinien richten muss, in denen es kein Nein gibt und falls doch, es mit Sanktionen belegt wird. Daher gibt es auch kein Jein oder es wird gleich als Ja gedeutet. Es wäre natürlich auch denkbar, dass ich mit einem Bot telefoniere, der nur den Code 1 als ja kennt. Null als Nein ist hier nicht existent und schon gar nicht das Null Komma fünf als – auf gar keinen Fall, denn mein Nein bzw. das Jein ist ja nicht dem Bot sein fest vorprogrammiertes – Ja.

Nun gut oder auch nicht. In Minute 40 muss ich erkennen, dass auch die Person mir nicht richtig zuhört und dabei habe ich doch bereits schon in Minute 8 unmissverständlich ohne jegliche Reaktion dargelegt, dass eben dieses Ignorieren von Fakten zu der Wirkung geführt hat, in der ich mich noch immer befinde und ich nicht in dieser Sein will. Vom anderen Ende ist jetzt erwartbar, dass ich aufgefordert werde mich dem Ja anzuschließen, da ich nur so meinem Nein sowie dem Jein entkomme. Stimmt zwar nicht, aber an der Stelle belasse ich meinen Anrufer in der Illusion, weil ich mir hier felsensicher bin, dass dieser auch den Fehler im Quelltext hat, der es ihm nu auch nicht ermöglicht, mir bei meinem Vortrag der Tatsachen, welche ich auch noch sehr ausführlich kausal begründe aufmerksam zu folgen. Scheint ein absoluter Serienfehler zu sein, der hoffentlich ganz bald verschwindet, wenn man denn die Bots mal updated oder gleich eine neue moderne Software einspielt…

Meine Stellungnahmen werden falsch interpretiert oder der Bot, also mein Ansprechpartner, sucht sich nur jene Informationen heraus, die für ihn von größter Relevanz sind, aber für mich nur ein Peanuts, den man gern nicht zu berücksichtigen braucht oder nur im minimalen Ausmaße. Egal wie, wir reden aneinander vorbei. Aber schön, dass wir überhaupt noch miteinander aneinander vorbeireden. Ne.?

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